Hapimag verzögert Sonderprüfung

Hapimag verzögert die Sonderprüfung

Der HFA hatte in der Generalversammlung (GV) 2018 einen Antrag auf Sonderprüfung eingebracht, der durch Taktieren der Hapimag in eine sehr komplexe und potentiell kostenintensive Sachlage gekommen ist.

Der bei diesem Traktandum (Tagesordnungspunkt) mit der Sitzungsleitung betraute stellvertretende Verwaltungsratspräsident Dr. Stefan Schalch hat die Abstimmung über die Sonderprüfung in der GV 2018 geteilt.

Zunächst wurde der schriftliche eingebrachte Antrag – gegen die Empfehlung des Verwaltungsrates – von einer ausreichenden Abstimmungsmehrheit unterstützt und damit beschlossen wurde.

Erst nachdem der Geschäftsbericht des Jahres 2017 vorlag, konnten aktuelle Vertiefungsfragen eingebracht werden.  Hierzu wurde nach der ersten Abstimmung von der Hapimag Stellung bezogen. In einer zweiten Abstimmung wurde dann über die Vertiefungsfragen abgestimmt. Bei dieser zweiten Abstimmung ergab sich keine Mehrheit, da der „unabhängige Stimmrechtsvertreter“ dazu auch keine Weisungen haben konnte und dagegen stimmte.

Der HFA hatte aber das für die Einsetzung einer Sonderprüfung notwendige Nennwertkapital für die Vertiefungsfragen von CHF 2 Millionen zusammengebracht.

Die Beschlüsse in der Generalversammlung ermöglichen es Aktionären, bei Gericht Anträge auf Sonderprüfung zu stellen.

In Folge der geteilten Abstimmung zu den Fragen der Sonderprüfung führt eine Schweizer Besonderheit zu erhöhter Komplexität: es müssen der mit Mehrheit beschlossene Antrag  zu 1 und der zu mit Nennwertkapital von CHF 2 Millionen unterstützte Teil 2 mit unterschiedlichen Fristen an unterschiedlichen Gerichten, nämlich dem zuständigen Kantonsgericht respektive dem zuständigen Obergericht des Kantons gestellt werden.

In einem ersten Gespräch mit dem Hapimag Verwaltungsrat unter Beisein der Anwälte identifizierten beide Parteien eine geeignete Sonderprüfungskanzlei und einigten sich auf den Versuch, die beiden Verfahren aus Kostengründen zusammenzufassen.

Überraschend kam von Unternehmen das Angebot, alle Fragen der Sonderprüfung zu besprechen. Leider war dabei die Hapimag Leitung trotz nachdrücklicher Nachfrage nicht bereit, Zahlen zu den Ergebnissen der letzten Jahre für die einzelnen Resorts offenzulegen, die viele der Fragen aus dem Katalog hätten beantworten können. So wurde ein nur geringfügig bereinigter Fragenkatalog für die Sonderprüfung in wortgleichen Anträge bei beiden Gerichten fristgemäß eingebracht.

Auch beantragte der HFA, die beiden Verfahren zusammen zu führen, um sicherzustellen, dass ein einheitlicher Sonderprüfer beauftrag wird um Doppelaufwand an Arbeit und Kosten zu vermeiden.

Die Kosten  für das mit Mehrheit beschlossene Verfahren muss das Unternehmen tragen, beim mit Nennwertkapital von CHF 2 Millionen unterstützen Verfahren obliegt die Kostenbestimmung im Ermessen des Richters.
Die Hapimag Leitung lehnt nun überraschend diese Zusammenlegung ab.

Daher müssen die Gerichte vorweg entscheiden, ob die Verfahren zusammengelegt werden, eine Situation die grundsätzliche rechtliche Fragen zum Verfahren bei Sonderprüfungen in der Schweiz aufwirft, die bisher ungeklärt sind.

So führt die von der Hapimag gewählte Trennung der beiden Teile der Sonderprüfung also nun in juristisch nicht gut kartiertes Gelände, was grundsätzliche Klärung von Rechtsfragen erfordert. Nicht nur übelmeinende Beobachter können so den Eindruck gewinnen, es ginge der Hapimag darum, Zeit zu schinden.

Der VR bei Hapimag versucht mit allen juristischen Winkelzügen, eine sachliche Aufklärung insgesamt zu verhindern. Was ist zu verbergen? Was muss verborgen bleiben?

Was spricht gegen eine Zusammenlegung der beiden Verfahren mit gleichem Inhalt, die nur deshalb zwei Verfahren sind, weil der VR -Präsident schon bei der GV gesondert abstimmen ließ?