Zahlenmythos Hapimag 2018

Zahlenmythos Hapimag 2018

Ist eine Gewinnmaximierung das Unternehmensziel der Hapimag-Idee?

Die Hapimag-AG informiert vor der Generalversammlung 2018 via Internet und E-Mail: Der Hapimag-Konzern habe in 2017 wieder einen hohen Jahresgewinn gemacht – den höchsten seit mehr als 15 Jahren!

Wir sind aber Aktionäre der schweizerischen Hapimag AG! – zu deren Ergebnissen wir bisher noch nichts wissen! Wir wissen daher auch noch nicht, ob dieser Gewinn an anderen Stellen versinkt und für die Hapimag AG kaum etwas bleibt.

Der ursprünglichen Hapimag-Idee entsprechend, soll das Ziel der Hapimag-Geschäftstätigkeit die „schwarze Null“ sein. Die Einnahmen sollen die Ausgaben decken – Gewinnerzielung ist darin nicht vorgesehen!

Einige der Zahlen für 2017 deuten auf Probleme hin:

  • Der Betriebsertrag ist 2017 gegenüber 2016 um mehr als 12 Mio. Euro gesunken.
  • Der freie Cashflow (Free Cashflow) ist negativ – und dies mit 27,8 Mio. €.
  • Die Anzahl der Gäste und die Belegung der Ressorts sind angestiegen.

Wikipedia beschreibt den „Cashflow“ als Bilanzgröße zum Ermitteln des Geldzu- oder Abflusses eines Unternehmens für eine Abrechnungsperiode und weiter zum negativen Cashflow: „Umgangssprachlich wird ein negativer Cashflow auch als „Geldverbrennung“ bezeichnet“.

Mit dem freien Geldstrom „Free Cashflow“ werden im Internet beim Controllingportal die für Ausschüttungen und Kapitaldienste zur Verfügung stehenden Geldmittel bezeichnet. Mit diesen Mitteln können Unternehmen beispielsweise auch Aktien zurückkaufen

Die aus dem Internet bekannte Werbung für Urlaub in Hapimag-Ressorts bei verschiede-nen Reiseveranstaltern zeigt, dass offen für Fremdvermietungen geworben wird. Dies erfordert die Nachfrage nach der Größenordnung solcher Geschäfte. Sind die Anzahl der Gäste und die Belegung der Ressorts nur durch Fremdvermietungen angestiegen? Sollen die Aktionäre mit noch größerer Fremdvermietung aus dem Unternehmen gedrängt werden?

Ziel der Hapimag-Idee ist die Bereitstellung von Ferienwohnungen für Ihre Aktionäre (Partner) zu Selbstkosten. Die Einnahmen sollen alle Ausgaben decken! Nicht mehr und nicht weniger!

Für ein ausgeglichenes Ergebnis hätte daher der Jahresbeitrag im Jahr 2017 für alle Mitglieder – grob überschlagen – um bis zu 45 € je Anteil niedriger ausfallen können. 11.100.000 Euro geteilt durch 238.000 Aktien = 46,63 je Aktie!

Für die Aktiengesellschaft gelten das Schweizer Obligationenrecht und die von der Generalversammlung beschlossenen Statuten der Hapimag AG.

Die vertraglichen Bindungen mit der Hapimag AG bestehen aus dem Kaufvertrag, den jeweiligen AGB’s, sowie den Bestimmungen der jeweils gültigen Buchungsinformation einschließlich der Reservierungs- und Buchungsbestimmungen.

Zudem gibt es schon seit Jahren sogenannte “Basisinformationen”, die nach Europäischem Recht verpflichtend aufgrund der “Richtlinie 2008 / 122 / EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Januar 2009“ zu erstellen sind!

In der Basisinformation für Hapimag-Partner – Ausgabe Mai 1977 (0795/ZDV/10 000 D) steht:

Der Jahresbeitrag dient im wesentlichen der Finanzierung solcher Kosten, die unabhängig von der individuellen Nutzung der Ferienanlagen stehen.

Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Kosten für die Reparaturen und den Unterhalt der Ferienanlagen inkl. Ersatzbeschaffungen
  • Kosten der allgemeinen und örtlichen Verwaltung einschließlich des Reservationsdienstes
  • Steuern, Abgaben, Versicherungen, Miteigentumsspesen usw.
  • Beiträge zur Sicherstellung der Wiederbeschaffung der Hapimag Ferienanlagen (Abschreibungen)

Weiter heißt es: Allfällige Überschüsse oder Fehlbeträge werden auf die Jahresbeitragsrechnung des folgenden Jahres vorgetragen.

Den Nebenkosten werden örtliche Betriebsaufwendungen zugerechnet, die im wesentlichen durch die Nutzung und die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der Ferienanlagen anfallen.

Hierbei handelt es sich beispielsweise um folgende Aufwendungen:

  • Reinigung und Wäsche
  • Energie und Entsorgung
  • sonstige Dienstleistungen

Weiter heißt es: Allfällige Überschüsse oder Fehlbeträge werden in die Jahresbeitrags-Rechnung integriert.
Der Gewinn müsste danach den Jahresbeitrag 2018 entschieden beeinflusst haben.

Wo sind die Hinweise, dass endlich der Renovierungsstau angegangen wird und sinnvolle Renovierungen durchgeführt werden. Es gibt genügend Hinweise darauf, dass bei Renovierungsvorhaben durch unsachgemäße Planungen vom Schreibtisch aus auch Geld unsinnig „verpulvert“ wird.

Verknüpft mit dem Kaufvertrag von Hapimag-Aktien haben die Aktionäre auch immer wieder ergänzte und aktualisierte „Basisinformationen“ erhalten.

Als Beispiel fassen wir hier Hinweise aus folgenden Basisinformationen zusammen:

Basisinformation für Hapimag Partner – Ausgabe Mai 1977;
Basisinformation für Hapimag Partner – Ausgabe Juni 2001;
Basisinformation für die Ferienaktie_21 – 2007;
Basisinformation für die Hapimag Ferienaktie_21 – 2012;
Basisinformation für Hapimag INSIDER Lifetime – 2013;
Basisinformation für Hapimag Classic -2016:

Dort heißt es vom Sinn her übereinstimmend in allen Fassungen:

„… Der Gesellschaftszweck der Hapimag besteht im wesentlichen darin, Ferienanlagen und Hotels zu erwerben, zu bauen oder anzumieten, um diese ihren Aktionären und Partnern im Rahmen der Hapimag Ferienidee zur Verfügung zu stellen. Ihre Geschäftstätigkeit ist somit nicht auf die Erzielung eines Gewinns ausgerichtet; auch werden allfällig erwirtschaftete Ergebnisse nicht ausgeschüttet, sondern verbleiben der Gesellschaft zur Erreichung ihres Zwecks. Die Hapimag ist, obwohl formell eine Aktiengesellschaft, genossenschaftlich strukturiert.…“
(In den Originalen keine Fettschrift – hier zum Hervorheben durch den HFA gesetzt).

Der mit dem „Option-Programm“ mögliche Ausstieg wurde zum 1.1.2018 abgeschafft. Es werden wieder, wie schon kurz vor der Jahrtausendwende, Aktien-Rückkauflisten eingeführt. Ob mit solchen Maßnahmen wirklich, Zitat: „die Unzufriedenheit aus dem System“ genommen wird, darf wohl bezweifelt werden.

Die Linie zur Gesundung der Hapimag AG (mit dem Einzug von Aktien, ein erster Schritt zum „Gesundschrumpfen“) wird wohl offensichtlich nicht mehr verfolgt.

Keine Gewinne aber kostendeckende Preise, dass wären die nächsten Schritte für eine zukunftsfähige Hapimag AG.

Wann findet die Hapimag-Führung wieder zur genialen Hapimag-Idee zurück, die angepasst und modernisiert sicher noch weitere Jahrzehnte bestehen wird!

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